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Palaixbrut takeover 2009

Nachlese zu Palaixbrut_takeover an der TU Dortmund - einer (temporären) inklusiven Kunstakademie!

 

Palaixbrut_takeover, die temporäre Kunstakademie mit dem Ziel, jungen, begabten Menschen einen Forschungs- und Bildungsraum zu eröffnen, ist am Pfingstmontag erfolgreich zu Ende gegangen. Mehr als 85 TeilnehmerInnen mit und ohne Behinderung fanden sich an den beiden Wochenenden in den Räumlichkeiten der TU Dortmund, Fak. Rehabilitationswissenschaften ein, um unter Leitung acht erfahrener Dozenten und Dozentinnen in den Sparten Bildende Kunst, Film, Musik sowie Tanz/Performance innovative, kreative Ausdrucksformen zu erproben.

 

Der Anspruch einer professionellen künstlerischen Arbeit wurde von den Dozenten deutlich formuliert und umgesetzt. Es ging nicht darum, künstlerische Arbeitsformen zu vermitteln oder therapeutisch anzuwenden, sondern Menschen mit künstlerischem Potential zu entdecken, die in weitere künstlerische Produktionen eingebunden werden sollen. Dieses Angebot richtete sich demnach auch nicht generell an Menschen mit Behinderung. Langfristiges Ziel ist die Schaffung von künstlerischen Arbeitsplätzen und Produktionsstätten, die unter dem Aspekt der Inklusion entstehen sollen, d.h. dass diese Arbeitsplätze auch nicht behinderten Künstlern zur Verfügung stehen.

Fazit am Ende der Workshoparbeit: Die Teilnehmer waren begeistert von vielen Begegnungen und neuen, spannenden Erfahrungen. Trotzdem: Auf dem Weg zu eigenem professionellen künstlerischem Ausdruck braucht es vor allem als Voraussetzung eine qualitativ anspruchsvolle ästhetische Bildung in Förderschulen, Einrichtungen und Werkstätten in den verschiedenen Kunstsparten, die jungen Menschen mit Behinderung nachhaltig angeboten werden. Teilnehmende, Eltern und Betreuer nutzten das Forum am Ende von „takeover“, um zu formulieren, wie wichtig ein solches Angebot für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ist und wiesen darauf hin, dass bereits 4 Tage reichten, um eine Veränderung im Selbstbewusstsein und in den Kommunikationsformen der jungen Leute deutlich wahrnehmbar werden zu lassen. Vor allem der Umgang miteinander und das ernst genommen werden, der Austausch auf Augenhöhe bewirkt eindeutig eine solche positive Entwicklung. Aus den Statements lässt sich deutlich auch ein Auftrag an die ästhetischen Fächer Bewegung, Kunst, Musik der Fakultät ableiten, Studierende dafür zu qualifizieren, solche Angebote in Schulen und Einrichtungen zu tätigen.

Im Anschluss an diese Phase von palaixbrut wird uns eine Reihe von Fragen noch weiter beschäftigen:

  • z.B. Was unterscheidet professionell künstlerische Arbeit von einer pädagogischen oder therapeutischen Arbeit mit künstlerischen Medien?

  • Wie geht es weiter mit palaixbrut, auch aus der Sicht der Teilnehmer?

  • Wie wird der inklusive Ansatz umgesetzt?

  • Welchen Beitrag leisten die Fächer Bewegung, Kunst, Musik in diesem Prozess?

 

Fest steht, dass dieses Projekt äußerst vielschichtig angelegt ist und für die weitere universitäre Beteiligung eine Vernetzung unterschiedlicher Professionen der Rehabilitationswissenschaften hilfreich wäre.

 

 

Im Zuge der wissenschaftlichen Begleitung der temporären Kunstakademie „palaixbrut_takeover“ durch Dr. Eva Krebber-Steinberger wurde deutlich, dass insbesondere im Bereich der Information Barrieren bestehen, die eine vollständige kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderung erschweren.

Darüber hinaus brauche es mehr qualifizierte Anleiter, die in der Lage sind künstlerische Angebote für alle zu konzipieren. Aufgabe der Universitäten und Hochschulen wäre die Ausbildung pädagogisch und künstlerisch qualifizierter Mitarbeiter in schulischen, freizeitpädagogischen und außerschulischen Handlungsfeldern, die es Menschen mit Behinderung im Rehabilitationsbereich und darüber hinaus in inklusiven Handlungsfeldern aktiv ermöglichen und sie dazu ermutigen, an kulturellen Prozessen der Gesellschaft teilzuhaben.

Eine ausführliche Darstellung der Evaluation erhalten Sie hier.



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